Bauvorhaben - Bauleistungen ausländischer Unternehmer unterliegen in Deutschland der Umsatzsteuer.

Zu beachten ist dabei insbesondere, dass in solchen Fall der Auftraggeber (= Leistungsempfänger) zum Steuerschuldner für die Umsatzsteuer des ausländischen Bauunternehmers wird, wenn es sich bei dem Leistungsempfänger um einen Unternehmer handelt. Es tritt damit also eine Umkehr der Steuerschuld ein. 

Praxis-Beispiel

Ein Rechtsanwalt in Bad Reichenhall lässt seine Anwaltspraxis von einem österreichischen Unternehmer für 10.000 € renovieren. Das Grundstück, an dem der österreichische Unternehmer die Arbeiten ausführt, liegt in Deutschland, so dass auch der Ort der sonstigen Leistung in Deutschland liegt. Der Rechtanwalt aus Bad Reichenhall wird gem. § 13b UStG Schuldner der Umsatzsteuer, die er allerdings gleichzeitig wieder als Vorsteuer abziehen kann, weil er die Leistung für sein Unternehmen bezieht. 

Der Rechtsanwalt erhält von dem österreichischen Unternehmer eine Nettorechnung über 10.000 €, die er als Aufwand erfasst. Gleichzeitig muss er gem. § 13b UStG in seiner Buchführung die Umsatzsteuer und den Vorsteuerabzug erfassen.

Darüber hinaus muss der Auftraggeber prüfen, ob er nicht auch die sog. Bauabzugsteuer einbehalten und abführen muss. Durch diese werden unternehmerisch tätige Auftraggeber grundsätzlich verpflichtet, von dem zu zahlenden (Brutto-) Rechnungsbetrag 15 % als Steuerabzug einzubehalten und an das für den Bauleistenden zuständige Finanzamt abzuführen, wenn der Bauunternehmer keine gültige Freistellungsbescheinigung vorlegt.


Hinweis: Die Problematik der Umkehr der Steuerschuld bzw. der Bauabzugsteuer ist häufig nicht bekannt. Bitte sprechen Sie uns daher bereits frühzeitig an, wenn Baumaßnahmen beabsichtigt sind, welche durch ausländische Baufirmen ausgeführt werden sollen.


 

26.07.2021