Briefkastenanschrift und Vorsteuerabzug

Ein weiteres Merkmal einer ordnungsgemäßen Rechnung ist die vollständige Anschrift des Leistungsempfängers. Auch hier können Mängel Ihren Vorsteuerabzug gefährden. Eine Streitfrage vor dem BFH war, ob eine Briefkastenanschrift (z.B. „c/o-Adresse“ oder Postfach) ausreichte oder ob die Anschrift, an der der Unternehmer tatsächlich seine wirtschaftliche Tätigkeit ausübte, auf der Rechnung ausgewiesen sein musste.

In Anlehnung an die vorangegangene Rechtsprechung hat der BFH in mehreren Urteilen entschieden, dass es bei der Rechnungsadresse des leistenden Unternehmers keine Rolle spielt, ob dort wirtschaftliche Tätigkeiten ausgeführt werden.

Es komme hierbei lediglich darauf an, dass die jeweilige Adresse zum Zeitpunkt der Rechnungsausstellung aktuell sei. Wenn also zum Beispiel danach die Postfachadresse aufgelöst wird, kann das Finanzamt den Vorsteuerabzug nicht schon deswegen aberkennen.


Inzwischen haben die Finanzbehörden diese Rechtsprechung durch ein Anwendungsschreiben vom 07.12.2018 offiziell anerkannt. Dennoch sollte niemand allein auf die Briefkastenadresse vertrauen, wenn er den Lieferanten nicht kennt.


 

06.12.2019