EU-Datenschutz- Grundverordnung: Hohes Bußgeld für offene E-Mail- Verteiler

Wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtete, hat der Landesdatenschutzbeauftragte von Sachsen-Anhalt mehrere Geldbußen gegen einen Mann aus Merseburg festgesetzt, der wiederholt Mails mit hunderten personenbezogenen E-Mail-Adressen im offenen Verteiler verschickt haben soll.

Dabei handelte es sich dem Bericht zufolge zumeist um Beschwerden, Stellungnahmen und Verunglimpfungen gegen Vertreter aus Wirtschaft, Presse,  Kommunal- und Landespolitik. Fast täglich seien Mails verschickt worden, zum Teil an bis zu 1.600 Adressen.

Aufgrund dessen musste der Mann dem Bericht zufolge 2.628,50 Euro Bußgeld zahlen sowie die Kosten des Verfahrens tragen.

Die fragwürdigen Inhalte der Schreiben spielten für Landesdatenschützer aber keine Rolle, sondern allein die mehrfachen Verstöße gegen die Datenschutz- Grundverordnung. Hierdurch lagen nämlich personenbezogene E-Mail-Adressen offen, die sich theoretisch von jedem Empfänger auslesen und verarbeiten ließen.


Der Schutz personenbezogener Daten kann also auch bei Privatpersonen durch offene E-Mail-Verteiler verletzt werden. Achten Sie künftig also möglichst darauf, welche Empfänger im sichtbaren Bereich einer E-Mail auftauchen – bei offiziellen Schreiben jedenfalls, etwa an Behörden. Setzen Sie daher Ihre Kontakte vor dem Versenden einer Mail besser in „BCC“, ansonsten können auch Privatpersonen empfindliche Strafen drohen. Im privaten Umfeld ist ein offener E-Mail- Verteiler aber durchaus erlaubt. Die EUDatenschutz- Grundverordnung findet nach Artikel 2 keine Anwendung bei der Datenverarbeitung "durch natürliche Personen zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten". Die Ausnahme gilt jedoch, wie vorgeschildert, für die Kommunikation außerhalb dieses Bereichs nicht.


 

01.03.2019