Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer aus Kapitalerträgen – Antrag auf Sperrvermerk bis zum 30.06.2021

Die Kirchensteuer auf Kapitalerträge wird grundsätzlich, wie die Abgeltungsteuer auch, mittels Quellenabzug durch die Banken und Versicherungen erhoben. Diese Regelung gilt für alle Kapitalerträge, die seit 2015 zufließen.

Die zum Steuerabzug verpflichteten Institutionen müssen daher alljährlich im Zeitraum vom 01.09 bis 31.10 beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) die Kirchensteuerpflicht und gegebenenfalls Religionszugehörigkeit ihrer Kunden abfragen. Bei bestätigter Kirchensteuerpflicht wird der Abzugsverpflichtete dann die auf die abgeltend besteuerten Kapitalerträge anfallende Kirchensteuer einbehalten und an das Finanzamt abführen. 

Sollte nicht gewünscht sein, dass Banken und Versicherungen Einblick in die religiöse Zugehörigkeit erhalten, kann der Übermittlung der Daten zur Religionszugehörigkeit widersprochen und der Erlass eines Sperrvermerks beantragt werden. Dies kann entweder elektronisch über das Online-Portal des BZSt oder durch Ausfüllen, Ausdrucken und Weiterleitung des unterschriebenen amtlichen Vordrucks per Post an das BZSt erfolgen.

Der Antrag auf den Sperrvermerk muss jedoch bis 30.06.2021 beim BZSt eingegangen sein, um noch Wirkung für die Regelabfrage des laufenden Jahres entfalten zu können.


Hinweis: Ein Sperrvermerk hat keinen Einfluss auf die Kirchensteuerpflicht. Es unterbleibt lediglich der Abzug an der Quelle. Bei Zugehörigkeit zu einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft wird bei Setzung eines Sperrvermerks die Kirchensteuer später im Rahmen der Veranlagung festgesetzt.


 

27.04.2021