Umsatzsteuerliche Organschaft - Personengesellschaften als Organgesellschaft

Bei einer umsatzsteuerlichen Organschaft gibt es innerhalb einer Unternehmensgruppe nur noch ein Unternehmen - die Obergesellschaft -, das für alle nachgeordneten Gesellschaften - die Untergesellschaften - die Umsatzsteuer abführt und die Vorsteuer zum Abzug bringt. Voraussetzung hierfür ist zum einen, dass eine finanzielle Eingliederung der nachgeordneten Gesellschaften in die Unternehmensgruppe besteht: Die steuerpflichtige Obergesellschaft muss die Anteilsmehrheit an den Untergesellschaften besitzen. Zudem sollten zwischen der Obergesellschaft und den Untergesellschaften nennenswerte entgeltliche Leistungsbeziehungen existieren. Zum anderen wird eine organisatorische Eingliederung vorausgesetzt: Die Obergesellschaft muss in den Untergesellschaften unmittelbar ihren Willen durchsetzen können, etwa durch einen von ihr bestimmten Geschäftsführer, der gleichzeitig auch in der Obergesellschaft eine Leitungsfunktion innehat.

Das Problem: Ob eine umsatzsteuerliche Organschaft besteht oder nicht, kann man sich nicht aussuchen. Liegen die Voraussetzungen vor, entsteht sie per Gesetz! Deshalb kann eine nicht als solche erkannte Organschaft zumindest zu aufwendigen Korrekturen, aber auch zu Zinsbelastungen und Nachzahlungen führen.

Lange ging die Rechtsprechung davon aus, dass nur Kapitalgesellschaften Untergesellschaften bei einer Organschaft - auch Organgesellschaften genannt - sein können. Bereits im Jahr 2015 hat der BFH jedoch entschieden, dass auch eine GmbH & Co. KG, also eine Personengesellschaft, als Organgesellschaft auftreten kann. Das erhält nun dadurch besondere Relevanz, dass die Finanzverwaltung für die Anwendung der neuen Rechtsprechung eine Übergangsfrist bis zum 31.12.2018 bestimmt hat. Ab 2019 werden also Personengesellschaften unter den entsprechenden Voraussetzungen automatisch zu Organgesellschaften im Rahmen einer umsatzsteuerlichen Organschaft.


Bei Konzernstrukturen (auch mittelständischen), die Personengesellschaften beinhalten, muss geprüft werden, ob ab dem 01.01.2019 die Voraussetzungen einer umsatzsteuerlichen Organschaft vorliegen. Gegebenenfalls sollte dies „bei Bedarf“ noch im Jahr 2018 durch entsprechende Maßnahmen verhindert werden. Gerne stehen wir Ihnen für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

 


 

05.12.2018